Neeeele Weinkeller-Schlüsselverwalter Dabei seit: 16.07.2008 Beiträge: 4.640 Herkunft: Thüringen Haustiere: kein Haustier
Eskalationsstufen - Barbara Rieger
Eskalationsstufen von Barbara Rieger
als gebundene Ausgabe: 24.- Euro, 232 Seiten, erschienen am 07.02.24 im Verlag Kremayr & Scheriau
als Kindle Ausgabe: 16,99 Euro, 224 Seiten, erschienen am 07.02.24 im Verlag Kremayr & Scheriau
Ich habe das Buch als digitales Leseexemplar erhalten und bedanke mich ganz herzlich beim Verlag Kremayr & Scheriau sowie bei Netgalley.
Julia und Joe lernen sich auf einer Kunstausstellung kennen. Er ist ein Maler, sie eine Hobbymalwerin. Joe hat sich mit seinen Bildern bereits einen Namen gemacht, davon ist Julia noch weit entfernt.
Joe stellt gerade seinen neuen Zyklus "My Pictures of You" aus. Dieser handelt von verschwundenen und ermordeten Frauen und Mädchen. Julia erscheint das zunächst ziemlich makaber aber Joe wird dafür von der Kunstwelt gefeiert.
Die Beiden beginnen zunächst eine Affaire doch daraus wird schnell mehr und Joe bitte Julia zu ihm zu ziehen. So trennt sich Julia von ihrem Freund David und zieht zu Joe. Sie pausiert ihre Arbeit und gibt sich ganz der Malerei hin, glaubt sie in Joe ihren Mentor gefunden zu haben. Aber Julia hat auch eine vage Angst vor dem Leben mit Joe, denn sie weiß, dass er kein einfacher Mensch ist.
Als die Pandemie losbricht und es zu den ersten Lockdowns kommt, ziehen sich Joe und Julia in Joes Waldhütte zurück. Doch auch hier hat Julia sehr schnell das Gefühl, dass es nicht die richtige Entscheidung war sich Joe so komplett auszuliefern. Mehrmals nimmt sie sich vor Joe zu verlassen und tut das auch sogar, doch als dieser mit Selbstmord droht geht Julia zu ihm zurück. Und so drehen sich die Eskalationsstufen immer weiter bis es am Ende zum Showdown kommt.
Wer hier auf einen rasanten Roman hofft liegt völlig falsch. Es geht, natürlich.... der Titel lässt es vermuten, um Eskalationsstufen der psychischen und physischen Gewalt in der Partnerschaft. Diese werden allerdings ganz leise in kleinen Episoden erzählt und spitzen sich erst am Ende des Buches zu.
An sich hat mir das Buch gut gefallen aber es war mir fast schon ein wenig zu subtil und langatmig. Julias Familienbeziehung wurde mir zu zu sehr beleuchtet und zu ausgiebig behandelt. Sie hat zwar auch ihre Wichtigkeit aber für die Geschichte an sich bräuchte sie gar nicht so weit im Vordergrund stehen. Mir hätte es besser gefallen, wenn wir mehr von Joes Gedanken und Empfindungen erfahren hätten. Ich hätte gern gewußt wie er die Beziehung zu Julia sieht, was sie für ihn darstellt.
Den Schreibstil fand ich sehr gewöhnungsbedürftig und nicht sehr flüssig. Der Text wirkte auf mich manchmal etwas wirr und ich musste oft noch einmal nachlesen um zu verstehen. Das empfand ich als anstrengend. Die Autorin beginnt oft Sätze, die sie nicht bis zum Ende ausführt, Bsp.: "Mein Blick, der immer schwerer wird, und Joes suchender Blick, dem ich ausweiche, weil.".
Vielleicht liegt es daran, dass die Autorin Österreicherin ist und ich mit der österreichischen Sprache nicht so vertraut bin.
Wenn auch ein fiktiver Roman, so dennoch sehr glaubwürdig und authentisch geschrieben. Für mich zwar kein Highlight aber doch ein gutes Buch und ich kann es gern empfehlen.