Neeeele Weinkeller-Schlüsselverwalter Dabei seit: 16.07.2008 Beiträge: 4.640 Herkunft: Thüringen Haustiere: kein Haustier
Wir holen alles nach - Martina Borger
Wir holen alles nach von Martina Borger
gehört bei BokkBeat: 6:16 Std., Sprecherin: Danne Hoffmann, erschienen am 27.05.22 bei der Diogenes Verlag AG
als gebundene Ausgabe: 22.- Euro, gebraucht ab: 5,80 Euro, 304 Seiten, erschienen am 25.03.20 im Diogenes Verlag
als Taschenbuch: 13.- Euro, gebraucht ab: 6,56 Euro, 304 Seiten, erschienen am 23.02.22 im Diogenes Verlag
als Kindle Ausgabe: 10,99 Euro, 292 Seiten, erschienen am 25.03.20 im Diogenes Verlag
Job und Kind unter einen Hut zu bekommen ist für die alleinerziehende Sina nicht immer leicht. Doch seit Kurzem ist da Torsten, ihr neuer Partner, der Sina dabei gern unterstützt. Doch auch Torsten hat nach längerer "Durststrecke" nun endlich einen neuen Job und so hat auch er nicht immer Zeit sich um Sinas Sohn Elvis zu kümmern. Doch da gibt es zum Glück noch Ellen, Ende 60, Rentnerin mit viel Zeit und Geduld. Und Ellen hat etwas was sich Elvis schon so lange wünscht, wofür die Zeit aber niemals ausgereicht hat bei Ellen, einen Hund.
Ellen und Sina treffen eine Vereinbarung, die Elvis sehr gut tut. Doch Ereignisse, die Ellen ins Rollen bringt, bringen diese Vereinbarung so sehr ins Wanken, dass es Elvis Familie fast zerreißt.
Martina Borger spricht hier ganz wichtige Themen an. So wichtig und so schlimm, dass man selbst oft darüber nachdenkt, wie man sich bei so einem Verdacht verhalten soll. Ellen spricht diesen Verdacht aus, doch leider an der falschen Stelle. Ich habe selbst schon oft darüber nachgedacht, wie ich mich in so einer Situation verhalten würde wenn ich in der Situation wäre.
Das Buch spricht eigendlich sogar noch viele andere Themen unserer heutigen Zeit an wie Einsamkeit im Alter und die innere Zerrissenheit junger Mütter, die versuchen MÜSSEN Kind und Job unter einen Hut zu bekommen und genau wissen dass dabei die Kinder meist auf der Strecke bleiben. Versagensängste sind ebenfalls ein Thema, hier spreche ich von Sinas neuem Partner Torsten und auch eine Sache, der heute immer mehr Kinder ausgesetzt sind. Die möchte ich aber nicht näher erläutern, denn ich möchte euch die Spannung nicht vorweg nehmen. Man kann sie zwar schon ziemlich früh erahnen aber trotzdem möchte ich euch da nicht zu sehr spoilern.
Mir hat das Buch ganz gut gefallen, allerdings fand ich den Erzählstil jetzt nicht ganz so tief greifend. Man konnte, wie ich schon schrieb, ziemlich früh sehen in welche Richtung es geht obwohl Martina Borger schon versucht hat den Leser auf eine falsche Fährte zu locken. Auch dass Ellen so ein wenig negativ dargestellt wird, weil sie an falscher Stelle mit ihren Vermutungen rauskommt fand ich nicht so gut. Ich denke es war genau richtig von Ellen diesen Weg zu gehen. Mir wäre es lieber wenn eine Frau wie Ellen von ihrem Verdacht spricht als wenn niemand etwas sagt und so ein Kind nicht aus seiner Leidensschleife heraus kann.