Neeeele Weinkeller-Schlüsselverwalter Dabei seit: 16.07.2008 Beiträge: 4.640 Herkunft: Thüringen Haustiere: kein Haustier
Das Buch der Schwestern - Amélie Nothomb
Das Buch der Schwestern von Amélie Nothomb
gehört bei BookBeat: 3:16 Std., Sprecherin: Dana Golombek von Senden, erschienen am 26.06.24 im Giogenes Hörbuch Verlag
als gebundene Ausgabe: 23.- Euro, gebraucht ab: 17,90 Euro, 160 Seiten, erschienen am 26.06.24 im Diogenes Verlag
als Kindle Ausgabe: 19,99 Euro, 155 Seiten, erschienen am 26.06.24 im Diogenes Verlag
außerdem als Hörbuch bei Audible erhältlich
Amélie Nothomb gehört ja durchaus zu meinen Lieblingsautorinnen und so habe ich mich auf dieses Buch wieder besonders gefreut. Es ist auch ein Buch ganz in Nothomb Manier. Sie spricht hier wieder ein ganz besonderes Thema an, nämlich Kinder die in emotionaler Kälte und in reiner Selbsterziehung groß werden. Nicht falsch verstehen, es geht in diesem Buch nicht um Mißhandlung oder gar Verwahrlosung von Kindern. Jedenfalls nicht so, was wir darunter verstehen. Die Protagonistin und später auch ihre Schwester wachsen schon in einem .... hmmmm.... wie schreib ich das jetzt?..... "ordentlichem" Haushalt auf. Die Eltern sind nur so mit sich selbst und ihrer fast schon eifersüchtigen Liebe zueinander beschäftigt, dass sie weder Lust noch Zeit haben sich um die geistigen Bedürfnisse und die Erziehung erst der einen Schwester und später der anderen Schwester zu kümmern. Die älteste der Schwestern, Tristane, wird zwar versorgt aber bleibt ansonsten ziemlich auf der Strecke. Sie hat großes Glück ein sehr starker Charakter zu sein und schnell zu lernen (autodidaktisch) was im Leben wichtig ist und worauf es ankommt. Als Laetitia dann in die Familie hineingeboren wird, hat diese zumindest das Glück, dass da Tristane ist, die ihre Schwester aufrichtig liebt und ihr einen Ersatz bietet für die Fürsorge der Eltern. Tristane übernimmt mit 5 Jahren das, was eigendlich die Eltern leisten müssten. So wachsen die beiden Schwestern so eng zusammen, dass scheinbar nichts sie mehr trennen kann. Doch dazwischen kommt das Leben und als Tristane beschließt ihren eigenen Weg zu gehen, stellt das die unbändige Schwesternliebe auf eine harte Probe.
Es ist wieder ein großartiger Roman von Amélie Nothomb. Ganz genau so, wie man es von ihr gewohnt ist. Ein hartes Thema welches erstmal gar nicht so hart dargestellt wird, welches aber durchaus zum Nachdenken anregt und welches auch erschreckend wirkt wenn man darüber nachdenkt. Nothombs Bücher wirken immer gar nicht so überzogen, beinhalten aber immer krasse Themen. Sie sind fiktiv und könnten doch aber heute noch jeder Realität entspringen. Mir hat das wieder sehr gut gefallen. Es war für mich nicht ihr bestes Buch aber durchaus lesens- und empfehlenswert.