Neeeele Weinkeller-Schlüsselverwalter Dabei seit: 16.07.2008 Beiträge: 4.640 Herkunft: Thüringen Haustiere: kein Haustier
Der Feind an meiner Seite - Johanna Winter
Der Feind an meiner Seite von Johanna Winter
als Taschenbuch: 12,95 Euro, gebraucht ab: 10,37 Euro, 240 Seiten, erschienen am 07.02.19 im Eden Books Verlag
als Kindle Ausgabe: 9,99 Euro, 175 Seiten, erschienen am 07.02.19 bei Eden Books
Johanna Winter erzählt in diesem Buch ihre eigene Geschichte. Sie war 20 Jahre lang mit einem Mann verheiratet der eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat. Der Leser kann sich natürlich darauf einstellen, dass es Johanna Winter während ihrer Ehe mit diesem Mann nicht leicht hatte. Demütigungen, Manipulation und Misshandlungen sind an der Tagesordnung. Sie bekommt trotzdem zwei Kinder mit diesem Mann und findet erst nach 20 Jahren einen Weg aus dieser schrecklichen und toxischen Beziehung.
An dieser Stelle möchte ich sagen, dass ich das Buch nach der Hälfte abgebrochen habe. Es ist ja nicht so besonders lang und normalerweise würde ich so ein kurzes Buch auch nicht abbrechen, aber ich konnte es einfach nicht mehr aushalten. Nicht, weil mich das Thema und die Handlung so abgeschreckt hätte. Natürlich ist das ein schweres Thema und für die Betroffenen sehr schrecklich, aber in diesem Fall war es leider Johanna Winter selbst, deren Agieren ich nicht mehr länger ertragen konnte. Ich weiß sehr wohl, obwohl es oft für Außenstehende nur schwer nachvollziehbar ist, dass sich betroffene Frauen oft nur schwer aus solchen Beztiehungen lösen können und das werfe ich auch niemandem vor, denn man steckt nicht drin in den Gefühlen und Empfindungen der Betroffenen.
Ich möchte hier jetzt auch gar kein Opfer Schäming betreiben und deshalb nicht alles aufzählen, was mich zum Abbruch des Buches bewogen hat. Nur so viel, ich habe fast in jedem Satz den Kopf geschüttelt wegen Johanna Winters Reaktionen.
Ich finde sie hatte schon von Anfang an eine ziemlich verklärte Vorstellung von Partnerschaft und Ehe. Sie ist seit einem Jahr dringend suchender Single schreibt sie und das finde ich schon sehr unpassend formuliert. Auch hat der Beruf ihres Partners bei ihrer Suche eine ziemlich große Priorität.... es sollte schon ein Arzt sein. Später jammert sie herum, dass er viel herumkommt und sie zuhause bei den Kindern bleibt, aber sie wollte doch einen vielverdienenden Businessman. Und so zieht sich das durchs ganze Buch und diese Beispiele sollen an dieser Stelle reichen.
Bitte nicht falsch verstehen, ihr Mann ist ein absoluter "Stinkstiefel" und ganz sicher narzisstisch und ich denke die meisten von uns hätten das schon recht früh erkannt, aber wie Johanna Winter das Buch geschrieben hat wirft leider auch nicht so ein gutes Licht auf sie selbst. Im Nachhinein kommt es mir so vor, als wollte sie einfach mit ihm abrechnen.
Bewerten werde ich das Buch nicht, einfach weil es ein Erfahrungsbericht ist und ich finde, dass man so persönliche Geschichten anderer Menschen nicht beurteilen kann. Außerdem habe ich es ja auch abgebrochen und kann mir so eh kein Urteil erlauben. Für mich war es leider gar nichts und so kann ich auch keine Leseempfehlung für dieses Buch ausgeben.