Neeeele Weinkeller-Schlüsselverwalter Dabei seit: 16.07.2008 Beiträge: 4.640 Herkunft: Thüringen Haustiere: kein Haustier
Sehr blaue Augen - Toni Morrison
Sehr blaue Augen von Toni Morrison
gehört bei BookBeat: 7:13 Std., Sprecherinnen: Abak Safaei-Rad und Alice Hasters, erschienen am 11.10.23 im Argon Verlag
als gebundenes Buch: 24.- Euro, 272 Seiten, erschienen am 12.09.23 im Rowohlt Buchverlag
als Taschenbuch: 2,60 Euro, Seitenzahl mir nicht bekannt, erschienen am 01.01.93 im Rowohlt Taschenbuch Verlag
als Kindle Ausgabe: 19,99 Euro, 227 Seiten, erschienen am 12.09.23 bei Rowohlt e-Book
außerdem als Hörbuch bei Audible erhältlich
Dieses Buch ist der Debütroman der Nobelpreisträgerin Toni Morrison in einer neueren und zeitgemäßeren Auflage. Es erzählt die Geschichte des kleinen schwarzen Mädchens Pecola Breedlove im Herbst 1941 in der Kleinstadt Lorain in Ohio. Pecola wünscht sich nichts sehnlicher als schöne blonde Locken und so tiefe blaue Augen wie der Kinderstar Shirley Temple sie hat. Natürlich kann und wird Pecolas Wunsch sich nicht erfüllen. Warum Pecola diesen Wunsch hat können wir uns natürlich alle denken und auch davon lesen wir in diesem Roman. Sie möchte der Ausgrenzung und Demütigung entgehen die überall den schwarzen Menschen entgegengebracht wird. Nicht nur von den Weißen. Viele schwarze Menschen entwickeln einen regelrechten Selbsthaass und glauben, wenn sie blonde Haare und blaue Augen hätten könnten sie all ihren Problemen entgehen.
Wir begegnen im Buch allerdings auch noch zwei ganz zauberhaften kleinen schwarzen Mädchen die mich sehr beeindruckt haben. Sie haben ein sehr großes Selbstbewusstsein und eine ganz tolle Loyalität unterdrückten Menschen gegenüber. Und das ganz selbstverständlich und ohne großes Drumherum. Die beiden Mädchen haben mir so gut gefallen.
Weniger gefallen haben mir Pecolas Eltern. Der Vater ist selbst immer ausgegrenzt und gedemütigt worden. Schafft es allerdings aus diesem Kreislauf nicht heraus. Er trinkt schwer und misshandelt seine Frau und vergreift sich an seinem Kind. Die Mutter ist nicht in der Lage ihre Liebe an ihre eigenen Kinder weiterzugeben. Sie gibt diese lieber an das kleine blonde Mädchen ihres Arbeitgebers und nimmt Pecola damit die einzige Möglichkeit wo sie hätte etwas Liebe und Halt hätte erhalten können.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es eindrucksvoll die Ausweglosigkeit der schwarzen Bevölkerung schildert. Immer wieder schildert sie wie alle Wünsche der Menschen zerschlagen werden und wie es immer noch schlimmer kommen kann als es schon ist. Toni Morrison hat dieses Buch nicht anklagend geschrieben sondern sie schildert nur und läßt dem Leser (Hörer) viel Raum für eigene Gedanken und Gefühle. Sie weiß auch sehr gut wovon sie schreibt, denn Toni Morriso war selbst schwarz (Sie ist 2019 verstorben) und sie hat in Lorain in Ohio gelebt. Ein paar Bücher gibt es von ihr noch in deutscher Übersetzung und es ist ganz sicher wert sich diese mal näher anzusehen.